DJ Khaled – I Changed A Lot // Review

DJ-Khaled-I-Changed-A-Lot-Cover

(We The Best Music Group)

 
DJ Khaled ist der Vater aller Weirdo-Rapper, ein fleischgewordener Meme-Generator und der geheime MVP-Anwärter des Jahres; auch, weil das Marketing-Genie seine größten Momente 2015 auf einem Jet-Ski feierte, »We The Best« schreiend und mit einer Champagner­flasche im Pool tanzend, irgendwo auf den Bahamas. Wie er philosophische Weisheiten über Eiweiß und Tomatensorten der Karibik droppte, in Zeitlupe ­seinen Schmuck unter der Du­sche knutschte und seine Nummer-Eins-Platzierung für »Hold You Down« auf einer einsamen Insel inszenierte, war mindestens der Worldstar-Moment des Jahres. Ob der Ad-Lib-König und Phrasenschweinehirte dabei auf Steroiden, ­Stierhormonen und noch dazu »high off life« war – geschenkt. Nachdem er dann im 40-minütigen ­Motivationsmonolog bei »Ebro In The Morning« Ernährungstipps gab, aus Übereifer irgendwann im Stehen predigte und ganz nebenbei noch Lösungsansätze für den Nahost-Konflikt anbot, hatte ich meinen Personal Trainer gefunden: »You remember when I put ’All I Do Is Win’ out? Oh, I meant that!«. Ein Ehrenmann, der Khaled: jede Bewegung ein Movement, jeder Look ikonisch. Natürlich ist »I Changed A Lot« – mit einem langgezogenen »wait for it« im Albumtitel – nicht einfach #anotherone, sondern eben auch eine normal überambitionierte Großbaustelle aus dem ohnehin nie tiefstapelnden Hause We The Best Music. Wer noch nie genau wusste, was die Aufgabe des Großmoguls im Studio ist, staunte, als er wild in der Luft ­rumfuchtelnd kürzlich die Blaupause für Nummer-Eins-Hits erklärte: »I put Future here, ­Jeremih there, Chris Brown above. It was a lot of vocals. I made sure the vibe was right. That shit ain’t never done like that.« Erfassen kann man die mittlerweile achte Compilation des chronisch an Erfolg leidenden Palästi­nensers noch am ehesten, wenn man es am Reißbrett rekonstruiert. »I Changed A Lot« in Zahlen: Ein Dancehall-Hit von ­Mavado, drei halbdebil-­geniale French-Montana-Momente, ein rarer Beanie-Sigel-Vers, noch rarere Jigga-Bawrs in 2015, vier Quasi-Solotracks von Future, ein wiedererstarkter Ace Hood, zu viele Chris-Brown-Hooks – und eine geistreiche Erkenntnis: Mit Papier spielt man nicht. Vielen, vielen, vielen Dank dafür, Based Khaled.