Devin The Dude – Suite 420

 

Devin-the-Dude_Suite-420

 

(E1/Groove Attack)

 

Vor zwölf Jahren veröffentlichte Devin The Dude seine erste LP. Sein Themenspektrum damals: Weed, Wine & Women. Dieser Tage kommt er mit seinem sechsten Longplayer daher, sein Themenspektrum heute: Weed, Wine & Women. Früher kiffte Devin auf dem WG-Klo, heute im Hotelzimmer. Dass er über die Jahre seiner Formel treu geblieben ist, dürfte der offensichtliche Teil seines Erfolgsrezeptes sein. Den Rest erledigt der Weedlingsrapper der Herzen mit seinem unsagbar entspannten Flow, seiner musikalischen Variabilität, seinem Humor und sympathischer Bescheidenheit. Schon mit dem Opener “We Get High” beweist Devin, dass auch wirklich alles beim Alten ist: minimalistischer Synthie-Bass-Beat, zurückgelehnte Verses und eine funktionierende Hook. Interessanter wird es in “Pick My Brain”, wo er sich über Rapper auslässt, die ihm im Club mit Karrierefragen belästigen, wo er doch lieber Chicks klären würde. “I don’t know right now how much I would charge for a verse/but I know that my dick is so hard that it hurts.” In “I Gotta Ho” packen Devin und Freunde die Ignoranzkeule aus und geben derbe Frauengeschichten zum Besten. Spätestens wenn er aber in “Where You At” gekonnt seinem Baby hintercroont, könnten erboste Damen die vorherigen Hoes-Geschichten aber unter Augenzwinkern abhaken. Es mag einige Durchhänger auf Devins sechster Platte geben (“Funky Little Freestyle”), aber dank seiner musikalischen Bandbreite (“Still Comin’”) und einiger humoriger Momente (“Twilla”) ist das Gesamtwerk dann doch ganz in Ordnung. Devin The Dude ist der kleine Mann aus dem Volk, der seine Allerweltsprobleme (mit der Damenwelt) mit einer Literflasche Bier runterspült. Seine Inhalte sind nah an der Realität und garantiert spannender als die nächste erfundene Räuberpistole aus der Hood. Spektakulär geht anders, aber solide Unterhaltung ist “Suite 420” allemal.

 

Text: Julian Gupta