Cubeatz: »Das war eine richtige Ehre. Der Typ ist für uns ne Legende« // Beat Wars

Travis Scott, Drake, Schoolboy Q, Kanye West: nur einige Namen auf der Referenzliste der beiden Zwillinge Kevin und Tim aus Hildridzhausen, besser bekannt unter dem Namen Cubeatz. Vor elf Jahren im Kinderzimmer begonnen, dann lange bei Banger Musik, haben die beiden 25-Jährigen mit ihren Goldproduktionen mittlerweile ein Level erreicht, von dem andere Produzenten hierzulande nur träumen können. Mit uns sprachen die Twins über ihre bisherigen Karrieremeilensteine.

Fard
60 Terrorbars (Las Vegas ­Edition) (2011)
Kevin: Fard war zusammen mit PA Sports unser erster großer Kontakt in der Szene. Das ging recht schnell, aber damals waren die Chancen auch noch größer, dass Künstler sich die Beats von unbekannten Produzenten überhaupt angehört haben.
Tim: Den ersten Teil des Beats hatte Fard bereits. Um 23 Uhr abends wurden wir dann kontaktiert, dass er bis zum nächsten Morgen noch einen zweiten Teil bräuchte. Kevin hat sich in seinem Zimmer an den Beat gemacht, ich im Studio im Keller. Am Ende haben wir dann die besten Ideen kombiniert.

 
Haftbefehl
An alle Bloxx (2012)
Tim: Über Fard haben wir Hafti kennengelernt, an den wir denken mussten, als wir den Beat fertig hatten. Er hat uns darauf auch direkt eine positive Rückmeldung gegeben, dann haben wir aber eine Weile nichts mehr von ihm gehört. Als er dann bei »Mixery Raw« Tracks von seinem Album vorgestellt hat, war »An alle Bloxx« tatsächlich der erste. Das war unser erster großer »Wow«-Moment.

Summer Cem
HAK (Album) (2014)
Kevin: Wir haben auf »HAK« extrem viel für Summer Cem produziert, am Ende ganze 13 Tracks. Zu der Zeit hatten wir sogar eine Wohnung in Gladbach, die Summer für uns angemietet hatte. Für uns war das bisher der intimste Produktionsprozess, woraus letztendlich eine Freundschaft entstanden ist – und ein heftiges Album!

Meek Mill feat. Drake
R.I.C.O. (2015)
Tim: Das war unser erster Beat, der in Übersee benutzt wurde. Ein Freund von uns ist in Toronto sehr gut vernetzt, auch mit Vinylz und Drake-Produzent Boi-1da. Wir haben dann ein Beat-Paket rübergeschickt, und Vinylz schrieb uns, dass Drake den Song gepickt habe. Dass er dann am Ende auf dem Meek-Mill-Album gelandet ist, war ein netter Bonus.

Schoolboy Q feat. Kanye West
THat Part (2016)
Tim: Durch das »R.I.C.O.«-Placement haben sich für uns einige Türen geöffnet. In diesem Fall sind wir mit Cardo vernetzt worden, der ja auch bereits für Leute wie Kendrick & Snoop produziert hat, und mit dem wir an mehreren Projekten gearbeitet haben. Wir haben uns Beatskizzen hin- und hergeschickt und dann immer wieder Sachen verändert. Für welche Künstler er da gerade gearbeitet hat, wussten wir erst, als wir Bescheid bekommen haben, dass Schoolboy Q den Beat gepickt hat.

 
Drake
Summer Sixteen (2016)
Tim: Der Song ist entstanden, als wir mit Boi-1da gearbeitet haben. Damals war das OVO Sound Radio noch relativ frisch, und man wusste nicht so richtig, was einen da erwartet. Als der Song neu rauskam, lief »Summer Sixteen« gleich sechs Mal hintereinander. »40« hat da auch mitgewirkt, das war eine richtige Ehre. Der Typ ist für uns eine Legende.

Text: Max Hensch
Foto: Alexandros Tiakas