Cormega

 

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“What’s up with Cormega, did you see him, are y’all together?” Eine ­einzige Zeile auf Nas’ “One Love” sollte den damals inhaftierten Corey McKay in den Köpfen ­einer ganzen HipHop-Generation verankern. Ein Status, von dem er noch heute zehrt, während die Freundschaft zu Nas dessen zweites Album “It Was Written” kaum überdauern sollte. Auch über ein Jahrzehnt nach dem Rausschmiss aus der Supergroup The Firm scheint immer noch kein Frieden in Queensbridge eingekehrt zu sein. Zumindest sprach Cormegas mitunter harsche ­Reaktion auf einige Fragen zu seinem neuen Album “Born And Raised” eine andere Sprache.

 

Zuletzt hat dein Track “Streets Keep ­Calling Me” mit Tony Yayo für Aufsehen gesorgt. Pflegst du geschäftliche oder persönliche ­Beziehungen zur G Unit?
Ich hatte ja schon auf meinem Solodebüt “The ­Realness” einen Beat von Sha Money XL, meine ­Beziehungen zur G Unit sind also ganz gut. Mit Tony Yayo hatte ich zuvor zwar noch nicht besonders viel Kontakt, allerdings haben wir gemeinsame Freunde und so kam der Kontakt schließlich ­zustande. Er wollte mit mir arbeiten, weil er mich als Künstler schätzt, also hat er sich bei mir gemeldet. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

 

Tony konnte sich ja nicht verkneifen, in dem ­Video in Richtung Nas zu schießen.
Darüber werde ich nicht sprechen. Nas hat für mich keinerlei Relevanz. Wieso stellst du mir überhaupt 2009 noch so eine Frage? 2001 war mein Beef mit Nas auf seinem Höhepunkt und seitdem habe ich drei Alben releaset und darauf kein einziges Mal mehr von Nas gesprochen. Was hat er also heute noch mit ­meiner Karriere zu tun?

 

Immerhin standest du 2006 wieder zusammen mit Nas auf einer Bühne und es sah so aus, als ob es ein neues The Firm-Album mit dir geben könnte.
Lass mich das ein für alle mal klar stellen: Ich war nie Teil von The Firm und werde es auch niemals sein. Ich bin ein Solokünstler und mehr nicht. ­Diese Fragen, die du mir stellst, solltest du lieber AZ, Nature oder Foxy stellen.

 

 

Wenn der Name Cormega fällt, denken die ­meisten Leute trotzdem zuerst an deine Beefs in der Vergangenheit.
Das macht mich wütend, denn es ist respektlos und lächerlich. Ich habe seit sieben Jahren keinen einzigen Diss-Track mehr gemacht! Seit sieben Jahren habe ich mich aus jedem Beef rausgehalten. Leute, die mich immer noch nur mit diesen Streitereien in Verbindung bringen, sind einfach nur Arschlöcher. Denn sie übersehen komplett, dass ich das gesamte Indie-Game an der ­Ostküste revolutioniert habe. Viele denken ja, ich hänge immer noch in der Hood herum, dabei habe ich ein eigenes Haus in einer besseren Gegend und kümmere mich um meine Tochter. Ich bin ein ganz ­normaler Vater, nur dass eben Rap mein Job ist.

 

Du hast schon oft gesagt, dass man einen ­Unterschied zwischen Rappern und MCs ­machen muss. Warum?
Wie könnte ich mich sonst von den anderen ­distanzieren? Ich respektiere beispielsweise Soulja Boy für seinen Erfolg als Rapper, aber nicht als MC. Erstens hat er mit seinen hohlen Lyrics keinerlei Einfluss auf mein Leben und zweitens ist er noch ein Kind. Was soll er einem erwachsenen Mann erzählen? Rakim oder KRS-One, das sind richtige MCs. Ich habe einen Track auf meinem Album, auf dem ich die größten New Yorker MCs der Goldenen Ära versammelt habe. Ich bin im Kopf die einzelnen Boroughs durchgegangen. Wer ist also der größte MC aus Long Island? Rakim, aber das Feature hat leider nicht geklappt, also fiel meine Wahl auf Parrish Smith von EPMD. Und wer ist der Beste aus Upstate New York? Grand Puba. Und dann kamen noch Big Daddy Kane für Brooklyn, KRS-One für die Bronx und Red Alert für Manhattan dazu. Nur Staten Island ist leider nicht auf dem Song vertreten.

 

“Born And Raised” fährt auch mit einem New Yorker Allstar-Produzenten-­Line-up auf: Large Professor, D/R Period, ­Buckwild, Easy Mo Bee, DJ Premier und Pete Rock. Was soll das ­Albumcover symbolisieren?
Auf der linken Seite sieht man die Brooklyn Bridge, weil ich in Brooklyn geboren wurde. Außerdem sieht man noch die Gebäude von Co-Op City, einem Stadtteil der Bronx, in dem ich groß geworden bin und Gebäude aus dem Stadtteil Far Rockaway, in dem ich ebenfalls gelebt habe. Auf der rechten Seite schließt die Queensborough Bridge das Bild als Wahrzeichen für das wichtigste Viertel in meiner Karriere ab: Queensbridge. Das Albumcover stammt übrigens von meinen Fans. Auf meiner Fan-Website haben sie ihre Ideen zusammengetragen. Und deshalb bin ich besonders stolz darauf.

Text: Stefan “Steef Money” Zehentmeier

 

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