Chris Rivers – Medicated Consumption

Chris Rivers
 
Schenkt man seiner Stimme nicht nur ein vollkommen offenes, sondern auch analytisches Ohr, wird man es mit Sicherheit hören: Chris Rivers und sein Vater Big Pun teilen nicht nur denselben Vornamen, sondern auch dieselbe, unverwechselbare Stimme. Das schwere Atmen, das durch Big Puns Übergewichtigkeit die Aussprache der Latino-Rap-Legende beeinflusste, findet man bei Chris Rivers allerdings nicht wieder. Adipositas war in diesem Fall wohl keine genetische Veranlagung. Was die Rap-Skills des jungen Talents aus New York angeht, sieht das anders aus. Es wäre falsch, ihn mit seinem Vater zu vergleichen und zu behaupten, der 21-Jährige würde flowen wir Pun. Denn trotz den Ähnlichkeiten, die man als Pun-Connaisseur in Chris Rivers‘ Rap erkennen mag, sollte man gerade den Nuancen etwas mehr Aufmerksamkeit schenken. Denn am Ende ist Chris Rivers nicht Big Pun und wird es auch nie sein. Aber genauso wie bei seinem Vater fließt HipHop durch Chris Rivers‘ Adern. Er hat einen eigenen Flow, eigenen Style und spätestens wenn man ein paar Freestlyes (!) des jungen Mannes gesehen hat, wird man das Vermächtnis Puns zwar nicht vergessen, aber einem wird klar, dass Chris Rivers das Kapitel seines Vater nicht neu schreiben will. Seine Musik soll viel mehr ein neues Kapitel im Geschichtsbuch des Bronx-Rap sein. Um das zu tun, war er wieder mal fleißig im Studio, um sein drittes Mixtape »Medicated Consumption« aufzunehmen, ein 18 Tracks starkes Projekt, auf dem nicht nur Harlem-Rapper Bodega Bamz, sondern auch Young Money-Signee Cory Gunz und L.O.X.-Mitglied Sheek Louch vertreten sind.