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REVIEWS

Necro – Die!

Beim guten Necro ist alles beim Alten, so viel kann man schon bei oberflächlicher Beschäftigung mit seinem ersten Longplayer seit dem 2007er “Death Rap” feststellen: Seine Gore-Liebhaberei lebt er schon auf dem Cover aus, und auch musikalisch hält sich der ewige Indie-Hustler an sein bewährtes Rezept. Die Crossoverei vom Vorgänger lässt er diesmal stecken, stattdessen...

Blumentopf – WIR

18 Jahre Bandgeschichte, sechs Alben (davon vier in den Top Ten), seit 2006 fester Bestandteil des öffentlich-rechtlichen Biergartentaumels namens FIFA-WM – und Savas glaubt trotzdem immer noch, einer der Münchner Jungs hieße “Rhabarber”. Es stellt sich die Frage, was man als hart arbeitende, zutiefst integre Band in dieser Szene eigentlich noch alles zu leisten hat...

Die Firma- Das sechste Kapitel

Sagen wir so: Wer bisher nichts mit der Firma anfangen konnte, dem wird auch die neue Platte des Kölner Dreigestirns keine plötzlichen Glücksgefühle durch übermäßige Endorphinausschüttung bescheren. Denn Tatwaffe, Def Benski und Fader Gladiator haben sich auf dem aktuellen Longplayer einmal mehr auf ihre Kernkompetenzen besonnen...

Olli Banjo – Kopfdisco

Sieben Jahre nach seinem Einstand ist Olli Banjo an einem Punkt in seiner Karriere angelangt, an dem er die perfekte Balance zwischen komplexen Inhalten, kreativer Soundästhetik und einer gewissen Gerad­linigkeit gefunden hat. Klar, auch auf “Kopfdisco” gibt es oberflächlich gesehen nicht den offensichtlichen Klingelton-Hit, aber wer Banjos Musik auf kommerzielle Verwertbarkeit reduzieren will, hat sie ohnehin nie verstanden...

JAW – Täter – Opfer-Ausgleich

Natürlich wird “T-O-A” nicht die breite Masse ansprechen, auch wenn sich genau diese das Album anhören sollte. Aber JAW ist fokussierter geworden. Er denkt klarer, spricht deutlicher, kommt schneller auf den Punkt. Und das kann in manchem Moment des Albums zielsicherer nicht sein. Somit darf man dieses Album als Weiterentwicklung ansehen. Als Manifest der Misantrophie. Und trotzdem bleibt JAW Optimist. Man muss nur genau hinhören...

Reflection Eternal – Revolutions Per Minute

Ehrgeizig und ausdauernd, trotzt er seit bald 15 Jahren auch mieseren Schlägen ins Kontor und beweist dabei ein außerordentliches Gespür für die seismischen Verschiebungen in diesem seltsamen Mikrokosmos Rap. Als er etwa im Jahr 2000 das erste Album seiner Gruppe Reflection Eternal veröffentlichte, traf er damit punktgenau den Nerv der Zeit. “Train Of Thought” markierte den deutlichsten denkbaren Gegensatz zur Dekadenz...

The Infesticons – Bedford Park

Wie N.E.R.D. wohl klängen, wenn sie Avantgardisten wären? Wahrscheinlich wie “Bedford Park”. Denn was Mastermind Mike Ladd auf seinen 13 Tracks abliefert, ist pure Audio­rebellion. Nicht nur, dass jedem Titel das Wort Anthem anhängt, auch die Verweigerung gegenüber der CD und der folgerichtige Release als Vinyl und Download sind nichts als Attitüde...

Nas & Damian Marley – Distant Relatives

Zwei Künstler, die das jeweilige Genre in den letzten 15 Jahren so geprägt haben wie kaum ein anderer ihrer Zunft, finden sich zusammen, um eine Kollabo-LP zu veröffentlichen. Da kann einem im Vorfeld schon mal schwindlig werden: Queensbridge und Tuff Gong, “Illmatic” und “Jamrock”. Den Kontinent Afrika in ein positives Licht rücken, sollte für das...

Roc Marciano – Marcberg

Im Netz hat das ehemalige Flipmode-Squad-Mitglied Roc Marciano längst eine treue Gemeinde aus stalinistischen Blogger-Stans um sich geschart. Inzwischen häufen sich aber auch die öffentlichen Respekt-Replies von Rapperkollegen in Richtung Twitter-Account @rocmarci. Sein Solodebüt “Marcberg”, gefühlte siebzehneinhalb Äonen in der Mache, ist das erste...

F.R. – Wer bist du?

Seit F.R. als 14-Jähriger vor sechs Jahren für sein erstes Album “Mundwerk” als deutsches Rap-Wunderkind gefeiert wurde, muss er gegen die entsprechenden Erwartungen und Vorurteile ankämpfen. Nach dem bestandenen Abitur konnte sich F.R. nun komplett auf die Musik konzentrieren und ist mit seinem vierten Album “Wer bist du?” zurück im Spiel. Wie im Titel angedeutet, unternimmt F.R. darauf eine Selbstfindung...

Brotha Lynch Hung – Dinner And A Movie

Die Psychopathenschiene mit kannibalischen Elementen taugt seit eh und je als eine beliebte künstlerische Ausdrucksform, freilich nicht nur im Rap. Slim Shady rief uns das erst letztes Jahr köstlich ins Gedächtnis. Für Brotha Lynch Hung aus Sacramento lag es nahe, sich ein weiteres Mal diesem makabren Trend hinzugeben – als bekennender Horrorfilm-Nerd...

Gucci Mane – The State vs. Radric Davis

Es gibt Funktionsklamotten. Und es gibt Funktionsmusik. Genauso wenig wie man im backenfreien Latexstrampler samt schick gezippter Hundemaske zum Kundentermin bei der Hannoverschen Leben einlaufen würde, genauso unwahrscheinlich würde man Gucci Manes “Sex In Crazy Places“ beim feierlichen Einzug der Konfirmanden im Regensburger Dom pumpen. Abends auf der “Flirten & Fummeln”, der größten Schaumparty auf Kommunalebene, wäre für die Nummer aber durchaus ein halbes Dutzend Rewinds drin...

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