A$AP Mob – Cozy Tapes Vol. 1: Friends // Review

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(A$AP Worldwide / Polo Grounds Music)

Sind die fetten Jahre revoltierender Rap-­Posses nun vorbei? Denn ganz gleich ob Odd Future oder A$AP Mob: Die Galionsfiguren der Bewegungen sind längst zu Bestver­dienern mit Zweitkarriere im Fashion Business avanciert. Zu Recht stellt man sich also die Frage, ob ein Mob-Album in der Spielzeit 2016 überhaupt vonnöten ist. Fakt ist: »Cozy Tapes Vol.1« kommt vier Jahre nach »Lord$ Never Worry« und ist damit eigentlich zwei Jahre zu spät. Doch im Grunde sprechen wir hier auch nicht von einem Posse-­Album, sondern von einem Rocky-Sideproject mit Cameos der Fam. Denn während Lord Flacko glänzt, steht der Rest klatschend daneben und wartet auf seinen Auftritt. So kommt selbst A$AP Ferg gerade mal auf ernüchternde zwei von zwölf Tracks. 2016 mit Rockys Maßstab zu messen, fällt allerdings schwer, wenn die übrige Bande (abgesehen von Ferg) nach vier Jahren noch immer im Pool der Medioker-Rapper dümpelt und selbst von der Next Generation wie Lil Yachty, MadeinTYO oder Lil Uzi Vert auf dem eigenen Langspieler abgezogen wird. Wie der Titel bereits prophezeite, setzte man bei den »Cozy Tapes« den Fokus auf die Features. Mit Skepta, Juicy J, Onyx, Wiz Khalifa und Tyler, The Creator spielt das der Platte natürlich ordentlich in die Karten, macht die Idee des Posse-Langspielers allerdings nahezu witzlos. Treu bleibt man sich in puncto Materie und Produktion: Hedonismus, Dollar- und Gucci-­Signs auf 808s und lilagetränkte Trap-Anleihen sowie Geschichtsstunden-Boombap mit Onyx. So wissen die sorglosen Lord$ auch diesmal Gegenwart und Vergangenheit elegant zu verbinden. Nicht zuletzt, weil neue kreative Köpfe mitwirken wie »A.L.L.A«-­Produzent Hector Delgado, Cardo ­(verantwortlich für Kendricks »untitled 7«) oder Dun Deal, der schon Thuggers »Stoner« und Migos’ »Hannah Montana« das Klangkleidchen schneiderte. Bleibt summa summarum eine amtliche, aber wenig überraschende ­Angelegenheit. Nächstes Mal dann auch wieder mehr vom Trap Lord.