50 Weed-Hymnen

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11 Digable Planets
»Nickel Bags« (1993)

Dass es hier um Weed geht, erschließt sich nicht sofort. Gut, The Meters verschnitten mit Curtis Mayfield eignet sich schon blendend zum groovigen Rumgammeln, aber die Lyrics sind halt mehr so Lyrik und nicht die offensichtliche Holzbongmethode à la Cypress Hill. Man meint das Weed, spricht aber vom Funk, der »by the pack« kommt, so wie »the beats by the ounce«. Dazwischen irgendwas mit »opium groove« und »pizza« – passt also perfekt. Is’ doch latte, was die eigentlich sagen wollten… (ml)

 
12 Method Man
»Tical« (1994)

Noch bevor Crystal Meth und Krokodil die Venen und Lungen der erlebnisorientierten Jugendlichen durchspülten, waren »Method« und »Tical« New Yorker Slang für feinstes Weed. Als vernebelter Bub hegt man ja eine ordentliche Abneigung gegenüber dem fluffigen Friedensscheiß der Hippies – da kommt so ein stockdunkler Battle-Song von Mr. Mef sehr gelegen. (nn)

 
13 Outkast
»Crumblin Erb« (1994)

P- und G-Funk verschmelzen auf diesem Outkast-Klassiker zu smoothem THC-Funk. Gäbe es ein grünes Krümelmonster, würde es zu dem Song einen chilligen Moonwalk auf der Tanzfläche hinlegen. (ao)

 
14 Nice & Smooth
»Blunts« (1994)

Unterschätzes Kleinod aus dem verrotteten ­(grünen) Apfel. Inklusive Feuerzeuggeräuschen im Intro und herrlich schrägem Chorus. (pl)

 
15 Channel Live feat. KRS-One
»Mad Izm« (1995)

Lyricism, so mit Metaphern and shit, das war in den goldenen Neunzigern der Lieblingssport der Ostküsten-Realkeeper. Und so rappen Hakim und Tuffy von Channel Live und ihr Mentor KRS-One auf diesem unfassbar hypnotischen Banger eigentlich nur darüber, wie geil sie rappen. Aber dem Titel entsprechend verwenden sie dafür eben vor allem Begrifflichkeiten aus der Kifferei: Es geht um lyrisches Dope, das in der Cypher ­gesparkt wird und high macht und so – denk da mal genauer drüber nach, Dude… (ml)

 
16 Luniz
»I Got 5 On It« (1995)

Klassischer Weed-Tune für die Ewigkeit. (om)

 
17 Cypress Hill
»Everybody Must Get Stoned« (1995)

Bongs für alle! Dann wäre die Welt bestimmt friedlicher, auch wenn diese Oreos mit weißem Schokoladenüberzug an allen Tankstellen der Welt ausverkauft wären und wir uns auf die öffentlichen Verkehrsmittel noch weniger verlassen könnten. Übrigens hat das mit dem allgemeinen Stonertum auch schon Bob Dylan auf seinem Song »Rainy Day Women No. 12 & 35« vorgeschlagen. (ao)


 
18 Redman & Method Man
»How High (Pt. 2)« (1995)

Im Backkatalog von Reggie und Mr. Mef gibt es natürlich bessere Nummern als diese Single mit Toni Braxton-Sample. Aber sie erinnert mich eindringlich an eine Zeit, in der man auf Partys noch mit Alkopops experimentiert hat. Das eine oder andere Mal lief auf diesen gemeinsamen Abenden mit den Klassenkameraden auch der Film »How High« (auf Deutsch »So High«, warum auch immer). Im Anschluss fragte man sich, welches Gras man wohl rauchen muss, um genauso breit zu sein wie Jamal und Silas, dabei aber trotzdem in Sachen Frauen auf der Gewinnerseite zu stehen. (se)

 
19 2Pac
»High Til I Die« (1996)

»Pull over, can’t hear a damn thang sober, I’m high til I die, Loced ‚Til they smoke me / The Shit don’t stop / Til my casket drop…« Wenn man die traurigen und tragischen Ereignisse ausblendet und nur die Hook herunterbricht, ist Pac mal wieder der realste Tobsüchtige von allen und hat es wirklich geschafft. Also, er hat’s wirklich durchgezogen. (nn)

 
20 Redman
»Smoke Buddah« (1996)

An seinem kleinen Weed-Problem hat sich in den 15 Jahren seit diesem Track bekanntlich wenig geändert. Dank dem zurückgelehnten Rick James-Beat bleibt dieser Song mein Favorit aus seiner umfangreichen Sammlung an Tracks über das grüne Kraut. (fm)

 

Illustrationen: Anna-Lina Balke