070 – The 070 Project: Chapter 1 // Review

(soundcloud.com/offical070)

 
Ein Post, Retweet oder gar Like kann heute den Karriere-Kickoff bedeuten – sofern dieser von entsprechenden Influencern kommt, von jemandem wie Instagram- und Snapchat-Queen YesJulz zum Beispiel. Die nahm mit der 19-Jährigen Shake eine vielversprechende Künstlerin mit prägnanter Stimme und eigener Ästhetik unter ihre Fittiche; kurz darauf mutmaßte man über ein mögliches G.O.O.D-Music-Signing. Als Gallionsfigur ist Shake für das Projekt 070 unerlässlich, doch bei der Crew gilt: Nie ohne mein Team. Sie inszenieren sich als geschlossenes Kollektiv, verbunden mit nicht weniger als dem Universum. Zwar denkt man ob der Gruppenstärke zwangsläufig an die Köche, das Salz und die Suppe, tatsächlich aber kristallisieren sich auf dem ersten gemeinsamen Sampler die interessanteren Künstler aus dem recht unübersichtlichen Künstler-­Potpourri heraus. Neben Shake ist das vor allem Treee Safari, die auf der Uptempo-Nummer »My Niggas« Rockwells Eighties-Klassiker »Somebody’s Watching Me« zitiert und eine wahre Hit-Hook zaubert (auf »Chapter 1« übrigens nicht die einzige Referenz auf Prä-Millenium-­Radiomaterial). Überhaupt zeigt man vor der Popwelt keine Scheu, während man auf den sphärischen Instrumentals von In-Haus-Produ­zent The Kompetition 15 mal Unity preacht. »Chapter 1« klingt wirklich wie ein erstes Kapitel – noch etwas profillos, manchmal gar anbiedernd, doch das geballte künstlerische Potenzial, das allein in dem Track »Smokey Mirrors« steckt, sollte unbedingt eine Fortsetzung finden. Alles andere wäre grob fahrlässig.

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106 Dirty South. Musik und alles andere.